Friedensfest in Neuruppin setzt Zeichen für Frieden und Toleranz

Schulplatz wird zum Ort der Erinnerung und der Begegnung

Foto des Friedensfestes auf dem Schulplatz in Neuruppin
Friedensfest am 8.Mai 2025 auf dem Schulplatz in Neuruppin

Am 8. Mai verwandelte sich der Schulplatz von Neuruppin in einen Ort des Gedenkens und der Gemeinschaft. Das von ‚Neuruppin bleibt bunt‘, dem „JWP Mittendrin“ und anderen organisierte Friedensfest zog zahlreiche Menschen an, die gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Toleranz setzten.

Für musikalische Beiträge sorgten der Jugendchor des Schinkelgymnasiums sowie der Evangelischen Schule Neuruppin. Mit ihren einfühlsamen Darbietungen berührten sie die Zuhörer und sorgten für emotionale Momente. Besonders eindrucksvoll waren die vorgetragenen Tagebuchausschnitte vom 1. Mai 1945, die die Schrecken des Krieges und den Wunsch nach Frieden greifbar machten.

In seiner Rede hob Bürgermeister Nico Ruhle die Bedeutung von Frieden und Toleranz hervor und erinnerte an die Verantwortung, diese Werte auch heute noch zu verteidigen. Auch Pfarrer Klemm-Wollny trug mit einer Lesung zur besinnlichen Atmosphäre bei und betonte die Wichtigkeit von Zusammenhalt und Menschlichkeit.

Ein gemeinsames Friedensgebet stärkte den Zusammenhalt der Anwesenden und erinnerte an die Verantwortung, sich gegen aktuelle rechtsextreme Strömungen zu stellen und für Demokratie und Toleranz einzustehen.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Mitgebrachte Leckereien luden zum Verweilen und Austausch ein. Unterstützung erhielt das Fest von Esta Ruppin, die die Bühne sowie das Spielmobil zur Verfügung stellte, was besonders bei den jungen Besucher:innen großen Anklang fand.

Das Friedensfest machte den Schulplatz in Neuruppin zu einem lebendigen Ort der Begegnung, des Gedenkens und der Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft – ein klares Zeichen gegen Hass und Intoleranz.

All das geschieht – Eine szenische Lesung

All das geschieht,

ein Briefwechsel zwischen Eheleuten zwischen 1938 und 1942, dargestellt als eine szenische Lesung.

Sonntag, 26.01.2025 um 18:00

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten

Diese Lesung hilft uns, die heutige Zeit besser zu verstehen, indem wir in die Vergangenheit schauen. Wir fragen uns: Warum finden Menschen undemokratische Ideen gut? Wie kommen sie zu rechten oder verschwörungstheoretischen Gedanken? Warum sind solche Erklärungen der Welt für manche Menschen attraktiv?

Deutschland hat in der eigenen Geschichte ein Beispiel für eine Zeit, in der viele Menschen antidemokratische und rassistische Ideen unterstützt haben: die Zeit des Nationalsozialismus. Das ist zwar lange her, aber es betrifft unsere Großeltern oder Urgroßeltern. Wir können und sollten daraus lernen.

In dieser Lesung kommen zwei Menschen aus der damaligen Zeit durch ihre Briefe zu Wort. Wir nennen sie Hilde Laube und Roland Nordhoff. Sie haben sich 1938 kennengelernt. Sie haben sich verliebt, später geheiratet und Kinder bekommen. Bis Anfang 1946 haben sie sich über 4.000 Briefe und Postkarten geschrieben. Diese Briefe sind alle noch erhalten. Das ist besonders, denn oft sind Briefe aus Kriegszeiten verloren gegangen. Das lag daran, dass die Soldaten im Krieg die Briefe nicht immer sicher aufbewahren konnten.

Die Briefe von Hilde und Roland sind wichtig, weil sie uns viel über ihre Gefühle und Gedanken in dieser Zeit erzählen. Sie schreiben über das Leben im Krieg, ihren Glauben, ihre Meinung über „den Führer“ und ihre Zweifel. Sie erzählen auch, wie sie aus schlechten Stimmungen wieder herausgefunden haben. Diese Briefe sind anders als Erzählungen von Menschen, die erst später über diese Zeit sprechen. Die Briefe sind direkt aus der damaligen Zeit und deshalb sehr echt.

Man darf aber nicht vergessen, dass diese Briefe unter schwierigen Bedingungen geschrieben wurden. Es gab keine Geheimnisse in der Post, und die Menschen mussten damit rechnen, dass die Briefe von der Zensur gelesen wurden. Deshalb haben Hilde und Roland manchmal vorsichtiger geschrieben. Sie wussten nie genau, ob jemand ihre Briefe liest. Roland schreibt in einem Brief, dass bei seinen Kameraden manchmal Briefe nicht angekommen sind. Bei Hilde und Roland scheint es aber keine Probleme gegeben zu haben.